Schlecht Hören, spät Reden, Wahrnehmungsstörung
...oder die fast unendliche Geschichte von schlecht Hören, spät Reden
und einer so genannten Wahrnehmungsstörung
Die Ärzte sagten uns, er hört sehr wohl, er wird halt etwas stur sein (Sternzeichen Widder) und auf die Nachfrage hin, er spreche noch nicht bzw. kaum (außer Babysprache) im Alter von zwei Jahren, meinten die Ärzte, er sei halt etwas spät dran und wir sollten noch etwa ein 3/4 Jahr abwarten. Na gut, dachten wir als Eltern, warten wir mal ab. Der Sommer kam und man musste Simon regelrecht anschreien, damit er das tat, was man von ihm verlangte. Das war im Juni 2005. Und eines Tages fiel mir auf, dass Simon den "Hut", vom "Mund" und vom "Hund" (wenn man dies zu ihm sagte) nicht unterscheiden konnte. Fragte man ihn, wo ist der Mund, sagte Simon: "wuff wuff" und so weiter. Daraufhin suchten wir mal wieder unseren Hausarzt Dr. Wolfgang Spiegel auf. Flou erklärte ihm den Fall und er meinte, sie habe da sehr gut aufgepasst und er würde uns mal zu einem HNO Arzt überweisen. Es war gar nicht so leicht in der Ferienzeit einen HNO zu finden, der auch noch gleich einen Termin frei hatte... Wer suchet, der findet und wir fanden einen älteren Arzt, Dr. Werner Sauer, bei uns im Bezirk, welcher bei genauer Ohranalyse feststellte, dass noch Reste vom Fruchtwasser oder eventuell Eiter, welches von einer Mittelohrentzündung kommt, eingetrocknet ist und daher das Trommelfell bzw. den Gehörgang blockiert und somit die Schwingungsaufnahme hemmt. Resultat: Ohren ausspülen. Simon schrie die ganze Praxis zusammen und nach viel Schoko und gutem Zureden sowie Trösten schafften wir die Aufgabe.
Nächster Schritt war dann ein Audiogramm im Wiener AKH, der Universitätsklinik für HNO. Ein Termin mit viel Warten folgte und da kam dann heraus, dass nun die Ohren frei sind, Simon jedoch logopädische Unterstützung braucht. Ganz perfekt hörte er noch nicht, da die Ausbildung vom Inneren des Ohrs natürlich noch nachhängt, aber das sollte sich in Zukunft legen. Mit einem Lichtblick am Ende des Tunnels begaben wir uns nach Hause. Der nächste Weg führte uns wieder zum HNO-Arzt um eine Überweisung für die Logopädie zu holen.
Auf der Suche nach einer Logopädin, fanden wir Sabine Lukschandl, und diese nahm Simon als Patient auf. Der erste Besuch bei ihr brachte Aufklärung: Simon ist mit seinen 2 1/2 Jahren im Sprachstadium etwa ein Jahr zurück. Na bumm, dachten wir. Die Logopädin gab uns nun Anweisungen, wie wir den Alltag mit Simon gestalten sollen, damit er das wieder aufholt. In den ersten Wochen nachdem Simon die Ohren ausgespült bekam, war unser Junior aufgrund der Reizüberflutung (da er ja jetzt alles klar und deutlich hörte) enorm müde. Bilderbuch vorlesen und anschauen war eine einzige Qual, er wollte nicht sitzen oder schlief dabei ein. Aber es besserte sich, denn wir ließen nicht locker - Nervenkampf war angesagt.
Auf einmal fing unser Simon mit einem klaren "Auto", sowie "Mama" und "Papa" an zu reden. Die nächste Sitzung bei der Logopädin, das war dann schon die 4. - Anfang September 2005 - und allen fiel ein Stein vom Herzen. Daraufhin bremste die Logopädin aber unsere Euphorie und meinte nur, es sei noch viel zu tun. Wir bekamen von ihr Vorschläge bzgl. Spielsachen und Bilderbücher für Simon. Ende Oktober, bei der letzten Sitzung meinte sie, nun möchte sie Simon das nächste Mal Ende Jänner 2006 sehen und dann schauen wir mal, was er alles kann.
Im Spätherbst suchten wir uns noch eine neue HNO-Ärztin und fanden Dr. Anna Zimmermann. Simon ist begeistert von ihr. Kein Schreien beim Betreten der Praxis seit dem 2. Mal und kein Zappeln mehr beim Ohren anschauen. Herrlich! Sie hat uns gebeten, Simon immer beim Verlassen der Wohnung eine Haube aufzusetzen, damit er über den Winter keine Mittelohrentzündung erwischt. Seitdem sagt Simon "Haub'n" sobald wir weggehen. Na uns soll es nur Recht sein. Simon soll seine Anna (er zeigt immer auf seine Ohren und sagt dann: Anna Ohr) in einem halben Jahr wieder besuchen.
Über den Winter hinweg fing Simon immer mehr zu sprechen an wenn auch noch immer nicht ganz seinem Alter entsprechend. Aber immerhin. Simon besuchte im Jänner 2006 wieder Frau Lukschandl und diese meinte, Simon sollte mal von einem Ergotherapeuten angeschaut werden, weil sie meint, dass er aufgrund des schlechten Hörens, mit dem er immerhin fast 2 1/2 Jahre leben musste, an einer Wahrnehmungsstörung leidet. Uns war schon aufgefallen, dass man Simon x-mal erklären musste, dass er bei der Straßenüberquerung Hand geben muss und ihn auch bei anderen Gefahren musste man ihm dieses x-mal erklären. Er konnte also Gefahren nicht wirklich erkennen.
Frau Elisabeth Ott (Simon nennt sie immer Lisa) und ihr Therapiehund Sam sollten unsere nächsten Wegbegleiter werden. Frau Lisa schaute sich Simon in zwei Einheiten mal genauer an und kam da zur Schlussfolgerung dass Simon die Hände zwar abwechselnd gebraucht (z.B. beim Ballspielen), jedoch bei den Füßen hauptsächlich den rechten gebraucht (Stiegen steigen). Wir sollten in Zukunft besonders drauf achten, dass er abwechselnd die Füße beim Treppensteigen benutzt und auch beim Laufen sollten wir auf ordentliches Gehen achten. Ebenfalls sollen wir mit ihm die Beinmuskulatur mit Hilfe eines Kirschkernkissen massieren. Weiters seien Geschichte vorlesen, Bilderbuch schauen und Fragen stellen, sowie Hörspiele von besonderer Wichtigkeit für Simon. Gleichzeitig sollen wir mit ihm immer wieder am Abend den Tagesablauf besprechen und ihn nicht mit elektronischer Reizüberflutung (Fernsehen, PC-Spiele und anderen "elektronischen Babysittern") bekannt machen.
Nun ist Simon knapp drei Jahre alt, redet bereits wie ein Wasserfall, setzt im Schnitt 2-3 Wörter zusammen, nur mit den harten Konsonanten (K, T, Z) tut er sich noch schwer, sowie den ersten Buchstaben verschiedener Wörter (Beispiel das "M" bei Müsli) korrekt aus zu sprechen. Aber auch das wird noch kommen. Es ist eine Frage der Zeit.
22. Feber 2006
Simon war gestern bei der Logopädin und diese gab uns den Hinweis, dass er hauptsächlich, jedoch nicht nur, mit offenem Mund spricht, was mit sich bringt, dass er seine Mund- und Gesichtsmuskulatur nicht richtig wahrnimmt. Uns war schon aufgefallen dass er gewisse Wörter mit extrem verzogenem Mund ausspricht. Nun haben wir eine elektrische Zahnbürste umfunktioniert und damit massieren wir ab jetzt seine Gesichts, Mund- und Zungenmuskulatur. Denn durch die Reize, welche durch die elektrische Zahnbürste entstehen, werden neue Nervenzellen gebildet, welche für die Wahrnehmung extrem wichtig sind.
Heute war unser Simon bei der Ergotherapie und hat selbst eine Wasserstraße aus Schaumgummiplatten gebaut und hat sein Boot mit Bohnen beladet und hat dieses dann hin und her geführt auf seiner "Wasserstraße", sowie es immer wieder entleert und beladen. Bei der Ergotherapiestunde war ich (Flou) draußen und streichelte Sam (Therapiehund von Frau Ott). Simon spielte unterdessen brav ruhig und konzentriert. Beim Nachgespräch erzählte ich Frau Ott von meiner "Erfindung", der "Simons und Steffis Wahrnehmungs-Entdeckungs-Decke". Hierbei handelt es sich um zwei Stücke Stoff welche ich wie eine Decke zusammengenäht habe und in einzelne Segmente unterteilt habe. Diese Segmente habe ich mit verschiedenen Waren gefüllt (harte, weiche, kleine, große, dicke, dünne,...) anschließend wurden die Segmente zugenäht damit nichts verrutschen kann. Als Schutz für die Decke (da man sie nicht waschen kann, wegen der Füllung und dem Gewicht - ca. 10kg) habe ich dann noch einen Überzug genäht. Diese Decke dient, wie der Erfindungsname schon sagt, zur Förderung der Wahrnehmung (Reize entstehen durch den Inhalt der Decke) sowie zum Erraten was jetzt wo versteckt ist, da keines der Felder beschriftet ist, ist das ganze ein Spiel für die gesamte Familie. Ebenfalls können Simon und Steffi sowohl darüber gehen, als drauf liegen oder einfach nur fühlen. Ein Spaß ohne Ende für das Duo, denn sogar zur Holper-Zug-Strecke und zur Buckelpiste kann die Decke verwendet werden. Es ist nur anzuraten alle Segmente doppelt zu vernähen, damit nicht hin und her fliegt. Hier ein Foto, man erkennt zwar nicht all zuviel aber damit man sehen kann wie das Resultat aussieht:
![]() Die eigentliche Decke |
![]() Die Decke mit Überzug |
28. März 2006
Nach langem hin und her, haben wir die Logopädin nun endlich gewechselt. Uns ist immer mehr aufgefallen, dass unser Simon nicht unbedingt mit der größten Freude zu Frau Luckschandl ging, Auch wir waren nicht unbedingt so 100% glücklich mit ihrer Art der Therapie. Nach wirklich intensivem Suchen und umhören haben wir uns nun für die Frau Ulrike Haas entschieden und haben Ihr heute den ersten Besuch abgestattet. Frau Haas hat nur Privatpatienten und die Kosten pro Therapiestunde liegen bei 60.-€.
Simon war nach der Stunde noch immer begeistert von seiner Ulli und hat den ganzen Nachhauseweg nur von seiner Ulli gesprochen. Frau Haas hat uns auch einige Tipps und Tricks für den Alltag mitgegeben, da es momentan besonders wichtig für den Simon ist dass man ihn mit soviel wie möglich Wörter füttert. Die Aussprache einzelner Konsonanten kann man auch damit fördern, indem man dem Kind vorsingt jedoch ohne Text sondern nur mit "lalala" oder "lululu". Immer ein Konsonant mit einem Vokal. Simon wird dadurch motiviert mitzumachen und lernt spielerisch den Buchstaben. Simon spricht nämlich momentan noch die meisten Wörter mit einem falschen Konsonanten an (Z.Bsp. Babel für die Gabel). In zwei Wochen wird unser Simon dann wieder zu Ulli gehen und dort kann er sogar bei Bedarf auch seine Schwester mitnehmen...
7. April 2006
Simon ist wieder mal zu Besuch bei Lisa und Sam. Lisa ist schwerst begeisterst von Simon weil er Mittlerweilen sehr große Fortschritte gemacht hat, er redet um einiges mehr, unter anderem auch beim Spielen und er ist um einiges konzentrierter und nicht mehr so zappelig wie er mal war. Am Nachmittag erklärte Simon seinem Papa mindestens hundertmal dass Sam "Aua" bei der Pfote hat, er hat sich nämlich geschnitten...
10. April 2006
Besuch Nummer zwei bei Frau Haas: Simons erste Meldung in der früh: "imon Ulli groß Bim gahrn" (im Klartext: Simon fährt zur Ulli mit der großen Bim). Angekommen bei Frau Haas, durfte er gleich einmal mit seiner Ulli eine große Zugstrecke bauen. Dabei sind wir draufkommen dass Simon einen starken Dialekt redet und dies sollten wir zu Hause eher mindern, denn es sei wichtig ihm einmal das "normale" Deutsch zu vermitteln. Ebenfalls sollen wir versuchen mit ihm das so genannte ich zu trainieren. also zum Beispiel sagen "ich koche jetzt für Euch" und dabei sollte man auch sich selber zeigen, damit er das nachahmt.
![]() Wir bauen eine Zugstrecke |
![]() "Bauingineur" sind Ulli und Simon |
![]() Erste Testversuche |
![]() Fast perfekt, eine Schiene und der Landschaftsbau fehlen noch |
08. Mai 2006
Simon ist mal wieder zu Besuch bei seiner Ulli. Diese ist sehr zufrieden mit den Forstschritten von Simon, er redet immer deutlicher und mehr, dazu kommt dass er ruhiger wurde und daher das Arbeiten mit ihm auch einfacher wurde. Ulli wird unseren Simon jetzt noch einmal sehen und dann wird es eine Pause bis Ende August mit der Logopädie geben. Dieser Zeitraum soll Simon die Gelegenheit bieten sich selbst zu entwickeln. Mit September kommt Simon dann in den Kindergarten und deshalb möchte Sie ihn noch vor Eintritt in den Kindergarten sehen wie weit seine Fortschritte sind. Danach wird es noch einmal eine Pause (Eingewöhnung in den Kindergarten, ...) geben und daher wird er dann nochmals Ende des Jahres Ulli einen Besuch abstatten.
09. Mai 2006
Heute steht wieder einmal einen Termin bei Simons Lisa auf unserem
Terminkalender. Simon war schon ganz traurig, da Mama den Termin für
Vormittag notierte und eigentlich war er erst am Nachmittag. Lisa lernte
jetzt auch mal Simons Schwester Steffi kennen, welche verbotener Weise auf
einen Kindersessel kletterte, während Mama mit Simon ein Buch schaute und
natürlich promt herunterfiel... Aber trotzdem Simon war ganz brav bei Lisa
und freut sich schon auf den nächsten Termin am 17. Mai 2006.
22. Mai 2006
Heute steht für längere Zeit der letzte Termin bei Ulli am Terminkalender.
Unser Simon ist jetzt Wortschatzmäßig sehr gut unterwegs und auch die
Deutlichkeit beim Ausprechen der Wörter wird immer besser. Daher wird
Simon die nächste Logopädie Stunde Ende Augist vor der
Kindergarteneinschulung erhalten. Weiterhin werden wir aber noch die
Ergotherapie besuchen. Simon hat sich heute doch mit einer Träne im
Gesicht von Ulli verabschiedet und meinte "Mama imon kaffee ulli rinken",
übersetzt: Mama und Simon sollen mal Kaffee zu Ulli trinken gehen... Am
Mittwoch steht der nächste Termin bei der Ergotherapeutin am Kalender. An
dieser Stelle möchten wir uns noch einmal aufs herzlichste bei Ulli
bedanken für die Geduld, die Tipps und Ratschläge im Umgang mit Simon im
Alltag, aber auch fürs Zuhören bezüglich unserer Bedenken. -- DANKE --
01. Juni 2006
Die Einlagen sind zu klein ... Was tun?? Na klaro ab zum Orthopäden sagt Mama. Bei Herrn
Roland G. Girtler haben wir einen sehr netten und kinderfreundlichen Arzt gefunden.
Nachdem dieser sich Simon genauer angeschaut hat, stand fest unser
Sohnemann braucht weiterhin Einlagen und daher müssen neue her. Den
Auftrag an Mama hieß neue Schuhe kaufen, mit weicher Sohle, hoch sollten
sie auch sein und Simon unter keinen Umständen vorher zum laufen geben, da
sonst die Sohle ungleichmäßig schon abgelaufen ist und die Einlagen dann
nicht so wirken wie das eigentlich sein sollte. Für den Abdruck erhielt
Simon zwei Gipsfüße und ist seelenruhig sitzen blieben , bis der Gips
trocken war. In 2 Wochen bekommen wir dann die Einlagen..,.
02. Juni 2006
Unser heutiger Terminkalender ist voll, bumvoll. In der Früh waren wir bei
der HNO Ärztin Anna und diese ist mit Simons Ohren im Großen und Ganzen
zufrieden. Sicherheitshalber werden wir aber nächste Woche eine
Audiometrie im Wiener AKH machen lassen. Übrigens Simon ist ganz alleine!!
auf dem Behandlungsstuhl gesessen und hat nicht einmal gemeckert oder
gezappelt. Mama brauchte nur daneben zu stehen und Simon hielt ganz
alleine von sich aus still. SUPER SIMON!!!!!
Danach ging der Weg zur Krankenkasse, da wir eine neue Bewilligung für die
Ergo brauchen.
Zur Ergo ging es dann danach und Simon hat mit viel Geduld
und Mühe eine Zeichnung hergestellt und auch aus dem Papier Sachen
herausgeschnitten (Bild folgt). Unsere Ergotherapeutin ist von Simons
Fortschritten sehr begeistert und bestätigt unsere Beobachtungen der
letzten Wochen dass Simon beschäftigt werden muss mit Spielen wo
Kreativität und hohe Konzentration gefordert sind sowie Abwechselung. Zum
Beispiel ist bei Simon, wenn er mit der Holzeisenbahn spielt: das Aufbauen
das Interessantere weil er dort seiner Phantasie freien Lauf lassen kann
und danach das Zug fahren an sich das Uninteressantere.
Unsere
Ergotherapeutin wird auch demnächst eine Wahrnehmungsdecke erhalten. Die
Bauanleitung für die Wahrnehmungsdecke finden sie übrigens in der Kategorie Gesundheit unter
Hilfsmittel
11. Juli 2006
Lisa ist verheiratet... jaja meine Ergotherapeutin hat ihren Oliver
geheiratet und ich habe heute meine erste Therapiestunde bei der
frisch vermählten Lisa! Lisa hat seit Ende Juni übrigens auch eine
Wahrnehmungsdecke und hat sich riesig darüber gefreut.
Meine Feinmotorik und meine Konzentration klappt jetzt soweit wie das sollte. Auch das Reden geht schon besser und nun heißt es aufpassen was so geredet wird, denn ich rede nach. Nun gilt es bei der Ergotherapie die Schwerpunkte auf die Grobmotorik zu verlegen und auch auf Erkennen von Gefahren. Dadurch darf ich nun wieder voll und ganz klettern auch wenn ich dies noch sehr gefährlich mache, aber das wird sicherlich besser werden! Daher wird es in Zukunft auch einen Kletterturm im Garten geben.
31. Juli 2006
Liebe Leute!
Heute habe ich seit langem mal wieder meine HNO Ärztin, Dr. Anna, besucht. Sie hat sich
sehr über meinen Besuch gefreut und war so richtig erfreut darüber
welch ein fescher Bub ich bin. Meine Ohren gefallen ihr auch langsam
aber sicher besser... Die Diagnose meiner Ohren lautet:
Schallleistungsstörung mir Beeinträchtigung des Innenohrs. Mit einer
Spezialtherapie will sie dem Ganzen nun auf die Sprünge helfen.
Sollte die Therapie nun nicht klappen wird Simon eine Ohrenoperation
nicht erspart bleiben aber bis es soweit ist, gehen wir alle zwei
Monate unsere Dr. Anna besuchen...
Auch Ergotherapie steht noch auf dem Programm vor unserem Urlaub. Lisa arbeitet momentan sehr an meiner Grobmotorik und versucht mich so zum Klettern zu motivieren (es gelingt ihr nur nicht immer).
Zur Zeit bin ich nicht so bekannten Leuten gegenüber sehr scheu und rede diese gar nicht oder kaum an. Das liegt, so glauben wir alle, einfach an einer momentanen Entwicklungsphase von mir. Einige meinten schon ich sei eingeschüchtert, aber mit mir sehr bekannten Personen rede ich wie ein Wasserfall und kriege mein Mundwerk nicht mehr zu... Vielleicht sollte diese Leute einfach mal ihre Kommentare hinter sich lassen und mir Zeit lassen, denn viele vergessen, dass ich im Dezember 2005 noch nicht mal "Mama" sagte! Und nun baue ich doch schon Sätze mit 6-7 Wörter auch wenn noch der eine oder andere Konsonant fehlt. Aber immerhin. Dazu kommt dass ich in nicht mal 16 Tagen in einen ganz lieben Kindergarten komme und dort werde ich sicherlich noch einiges lernen.
Übrigens von meiner Uli werde ich Euch Ende August berichten, denn dann muss ich zu ihr. So nun ist Schlafenszeit....
Liebe Grüße;
Euer Simon
16. August 2006
Zurück aus dem Urlaub sind wir schon seit Montag und dort war es
sehr schön. Unter anderem die luxemburgischen Spielplätze haben mir sehr gut
gefallen d, da man dort klettern kann ohne Ende.
Heute selber war mein erster Kindergartentag. Zur Zeit sind nur 13 Kinder im gesamten Kindergarten, da ein Notbetrieb bzw. Eingewöhnungsphase ist. Ich blieb mit meiner Schwester gleich von halb acht bis um 10 Uhr. Und morgen werden wir dort essen....
17. August 2006
Eine kurze Nacht habe ich hinter mir. Ich musste noch zuviel
verdauen vom Kindergarten. Ich tue mich damit schwerer als Steffi. Aber das
kommt noch. Heute morgen spielte ich dann auf sehr müde, nach dem Motto ich
will nicht in den Kindergarten. Aber Mama und Papa konnte ich nicht überzeugen
und nach einer etwas größeren Diskussion fügte ich mich halt. Ich bin nämlich
von Natur aus schon stur aber wenn ich müde bin umso mehr. Das konnten heute
auch die Kindergartentanten feststellen und dass ich dann auch nicht so
folge... Aber das kommt noch. Bekanntlich muss man überall seine Grenzen suchen
und momentan suche ich sie halt im Kindergarten. Zur Zeit tue ich mir auch
nicht leicht zusätzlich zu Mama und Papa eine andere Autoritätsperson zu
akzeptieren. Da bin ich dann immer besonders stur. Jedoch wenn wir alle
gemeinsam dran arbeiten klappt das schon.
Beim Mittagessen wollte ich zuerst nicht essen (vielleicht darf man hier herumrennen während dem Essen, zu Hause darf ich es nicht --> aber Pech gehabt auch hier ist es verboten). Dann auf einmal dachte ich mir dann doch das Essen schmecken zu lassen....
Am Nachmittag besuchte ich noch Lisa und auch dort habe ich zwar brav mitgemacht aber dennoch merkte man mir an, dass ich verdammt müde bin. Zum Tagesabschluss besuchte ich noch meinen Orthopäden. Da war es gemütlich... Und nun liebe Leute schlafe ich tief und fest und verdaue den Kindergarten...
01.
Dezember 2007
Hallo Leute!
In dem letzten Jahr habt ihr eigentlich nur Fotos von mir und meiner Schwester
online sehen können, aber zum Schreiben bin ich nicht gekommen. Ich hatte ja
auch soviel zu tun also mal von vorne:
Im Herbst 2006 kam ich in den Kindergarten anfangs etwas scheu und ruhig so
sollte sich dieses aber bald ändern. Logo und Ergotherapie standen jedoch noch
eine Zeitlang am Programm aber eigentlich wurde mein Terminkalender schon sehr
eng... Daher kam Mama und Papa die Idee ich solle die musikalische
Früherziehung besuchen. Kurzes Telefonat mit unserer Logotherapeutin und diese
meinte man solle es probieren. Ich war begeistert. Lernte im Eiltempo Lieder
zum Laternenfest, Nikolo, Weihnachten und wurde zum absoluten Benjamin Blümchen
Fan....
Im Winter fuhr ich dann meine erste Woche OHNE Mama, Papa und Steffi weg, es
ging aufs Alpl in die Steiermark Schifahren... Oh Gott macht das müde *gähn*.
Für Ostern wurden wieder Lieder gelernt und für Muttertag ein Gedicht und ein Rollenspiel. Im Sommer bin ich dann zusammen mit Steffi in Burgenland auf Sommercamp für eine Woche mit dem Kindergarten gefahren. Im August sperrte der Kindergarten für 3 Wochen zu und wir düsten mit dem Autoreisezug nach Luxemburg in dieser Zeit.
Im Herbst bin ich dann in die Obergruppe gekommen und
besuche seither mit Steffi die musikalische Früherziehung und daher tröten wir
zu zweit nun Mama und Papa die Ohren vollen mit Kindergartenhits :-)
Seit September haben wir auch unser DUPLO verkauft und sind umgestiegen auf
Lego... Mensch da gibt es tolle Sachen, da muss ich ganz brav sein, denn das
Christkind kommt bald...
Das brav sein ist so eine Sache: Mittlerweilen habe ich ja schon eine richtig große Klappe bilde ganze Sätze und kann schon zählen bis 30 und wenn ich mich konzentriere bis 50. Lesen kann ich die Ziffern alle mit den Zahlen happert es manchmal (wenn ich nicht will). Ich kann meinen Namen schreiben und Steffis, sowie Mama, Papa, Oma und Opa. Die Buchstaben lesen kann ich alle.
Meine Ohren sind offensichtlich ganz ok, denn ohne dass ich es sehe erkenne ich eine alte U-Bahn von einer neuen (V4-Zug), sowie die alten Straßenbahnen der Serie E und den Ulfs. Auch was Loks und Züge angeht bin ich Profi. Ich glaube ich werde nachher Lokführer :-)
So Leute, jetzt wisst Ihr wieder einiges mehr und ich sollte eigentlich im Bett liegen, aber vorher singe ich euch noch das Benjamin Blümchen Gute Nacht Lied:
"Ich wünsche Euch jetzt gute Nacht,
ihr habt den schönen langen Tag gespielt und gelacht,
auch mir fallen gleich die Augen zu, roll den Rüssel ein
und kuschele mich war, zugedeckt zu dir ins Bett hinein
schlaft meine Lieben, schlaft ein
schlaft ein mit meinem Töröö"
Stand: Dezember 2007






